Ärztlich assistierter Suizid und organisierte Sterbehilfe by Kallia Gavela (auth.)

By Kallia Gavela (auth.)

Das deutsche Strafgesetzbuch kennt keinen Sondertatbestand der Suizidbeteiligung. Rechtliche Konstruktionen und Wertungen insbesondere höchstrichterlicher Herkunft füllen diese Lücke. Die sich daraus vor allem für behandelnde Ärzte ergebenden Probleme drängen sich bei unheilbar kranken, dem Tode geweihten Patienten geradezu auf. Das Werk behandelt diese Fragen im Spannungsverhältnis von Strafrecht, Medizinrecht und Ethik. Die Autorin zeigt die Grenzen auf, innerhalb derer die ärztliche Beteiligung am Patientensuizid rechtlich zulässig und ethisch vertretbar ist. Die Arbeit behandelt außerdem die Probleme, die aus der Einführung einer strafrechtlichen Regelung gegen „suspekte“ organisierte Suizidhilfeangebote erwachsen, deckt Defizite der jüngst vorgeschlagenen Lösungsansätze auf und gibt Anstöße für Wissenschaft, Praxis und Kriminalpolitik. Ein Blick auf ausländische Rechtsordnungen, Entscheidungen und Tendenzen rundet das Bild ab.

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April 1856, Berlin 1856. 10 1. Teil: Das geltende Recht Darüber, daß der Selbstmord, also der Versuch desselben, nicht strafbar sei, war man einverstanden. [abinetts]-Ordre vom 9. Januar 1843 nach §. 803, Tit. R. die Aufnahme der polizeilichen Vorschrift in den preußischen Entwurf von 1843 vor, §. 366: Daß die Selbstmörder ohne alle äußeren Ehren in der Stille beerdigt werden sollten. Die Revision von 1845 ließ dieselbe wiederum fallen, weil sie lediglich zur Kirchenpolizeiordnung gehöre11 . Der preußische Strafgesetzgeber wollte also keinen Tatbestand für den Selbstmord eingeführt wissen12 .

Thematische Begriffsklärung 3 wird. Der Leidenszustand wird also per definitionem beim Sterbehilfe- bzw. Euthanasiebegriff vorausgesetzt. Ob bei der Anwendung dieser Begriffe auch das Element der Todesnähe5 bzw. der Äußerungsfähigkeit des Leidenden6 vorausgesetzt wird, ist umstritten. Die oben erwähnte Definition besagt dazu jedenfalls nichts. II. Suizid Unter „Suizid“ (Wortschöpfung aus dem lateinischen suicidium von sua manu caedere = mit eigener Hand fällen; früher „Selbstentleibung“), auch Selbsttötung genannt, wird ein unnatürlicher Tod verstanden, der auf ein bewusstes Eingreifen des Getöteten in den eigenen Lebensprozess zurückzuführen ist7 .

Teil: Das geltende Recht Im Anschluss sei vorerst die Frage behandelt, wann und nach welchen strafrechtlich gesetzten Maßstäben ein Selbsttötungsentschluss als freiverantwortlich zu beurteilen ist. 1. Kann ein Mensch den Suizid wirklich wollen? Zum freien Entschluss Die Annäherung an die hier interessierende Problematik setzt Klarheit darüber voraus, ob die Möglichkeit eines freiverantwortlichen Suizids überhaupt besteht. Auf die Sterbehilfeproblematik bezogen, gilt es konkret danach zu fragen, ob die Willensbildung des Patienten durch das Krankheitsgeschehen bzw.

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